Was ist Osteopathie

Osteopathie (von griech. osteo "Knochen" und pathos "Schmerz, Leiden, Leidenschaft, Erfahrung").

Osteopathie Langenhagen Still
A.T. Still (1828-1917) Museum of Osteopathic Medicine, Kirksville, MO. [2000.01.04]

Wörtlich übersetzt bedeutet Osteopathie eigentlich "Knochenerkrankung", korrekt aber in diesem Zusammenhang "Beeinflussung der Leiden über die Knochen bzw. über die Behandlung der Knochen". Die Osteopathie ist eine manuelle Form der Medizin. Sie dient dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen.

Der Ansatz der Osteopathie ist einfach: Leben zeigt sich in Form von Bewegung.
Dort wo Bewegung verhindert wird, macht sich Krankheit breit. Die Osteopathie kennt bzw beschreibt alle kleinen und großen Bewegungen des menschlichen Körpers. Sie hilft Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu lösen.

Der menschliche Körper ist ständig in Bewegung. Jede einzelne Struktur an ihm bewegt sich und führt dabei ihre eigene Funktion aus. Die Osteopathie nutzt diesen Zusammenhang.

Dabei betrachtet die Osteopathie den menschlichen Körper immer als untrennbare Einheit. Erst das Zusammenspiel der einzelnen Strukturen ermöglicht dem Organismus als Ganzes zu funktionieren. Deshalb nimmt die Osteopathie jeden Patienten als Individuum wahr und behandelt ihn in seiner Gesamtheit.

Nach osteopathischer Auffassung ist der Mechanismus zur “Heilung” in jedem Menschen vorhanden.
Mit den osteopathischen Techniken versucht der Osteopath über die Schaffung einer individuell optimalen Beweglichkeit, strukturelle/physiologische Hindernisse, sog. Läsionen", bzw. "Dysfunktionen", zu beseitigen, um somit die günstigsten Rahmenbedingungen für das Wirken des Selbstheilungsmechanismus (vis medicatrix naturae) zu schaffen. "Optimal" ist in diesem Zusammenhang qualitativ zu verstehen, d.h. die Qualität einer Bewegung hat in der Osteopathie eine wesentlich höhere Bedeutung als deren Ausmaß.


 


In der Entwicklung der Osteopathie haben sich folgende Gebiete differenziert:

    Parietale Osteopathie
  • Untersuchung und Behandlung der Gelenke in Funktion und Beweglichkeit in Abhängigkeit zu anderen Körpersystemen
  • Verwandte Techniken finden sich in der heutigen Zeit in der Manuellen Therapie und in der Chirotherapie
    Viszerale Osteopathie
  • Normalisierung der Organbeweglichkeit
  • Unterbrechung von negativen neurovegetativen Afferenzen
  • Wiederherstellung des internen Organmilieus
    Kraniosakrale Osteopathie
  • Normalisierung der Mobilität der Schädelknochen
  • Verbesserung der Liquorzirkulation
  • Entspannung der Meningealmembranen
  • Neurovegetative Integration

Es gibt nur eine einzige und einzigartige Osteopathie mit vielen verschiedenen Techniken, deren Stärke aber in ihrer kombinierten Integration und Anwendung in der spezifischen Behandlung des Individuums besteht.
Eine osteopathische Behandlung versucht manuell Beziehungen zwischen unterschiedlichen Strukturen zu erkennen, um diese dann gegebenenfalls auch zu normalisieren, damit die Gefäßsysteme (= Ernährung und Abfalltransport) und Nerven (= Koordination) wieder ein integrierendes und unterstützendes Gerüst für den Gesamtorganismus herstellen.

Das Ziel der Behandlung ist es, ursächliche Krankheitsfaktoren aufzulösen oder abzuschwächen, freie Beweglichkeit der Gelenke und Faszien wieder einzurichten, das autonome Nervensystem auszugleichen, die Körperstatik zu harmonisieren, viszerale Störungen aufzulösen und psycho-emotionale Erleichterung und Entspannung zu erreichen. Das Muskel-Faszien-Skelett-System ist dabei von zentraler Bedeutung. Aber auch Ernährung, psychische, soziale und andere Lebensfaktoren werden mit berücksichtigt.
Eine optimale Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Disziplinen ist deswegen sehr wichtig!

Laut Heilmittelwerbegesetz und aktueller Rechtsprechung möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die Osteopathie in der Naturheilkunde mit positiven Ergebnissen angewendet wird, obgleich sie in der Schulmedizin umstritten ist. Ich gebe zu keinem Zeitpunkt ein Heilversprechen. Diese Seite dient ausschließlich zu Informationszwecken.